IAA Mobility 2021

 

Kleines Zukunftsszenario gefällig? Also: wir fliegen in den Urlaub, fahren mit dem Auto bis direkt vor das Gate, laden die Koffer aus und checken ein paar Meter weiter ein. Ums Auto und die lästige Parkplatzsuche müssen wir uns gar nicht kümmern – wir aktivieren lediglich auf dem Handy eine App. Und wenn wir nach zwei Wochen Urlaub gut erholt wiederkommen, unsere Koffer am Gepäckband entgegennehmen, dann aktivieren wir die App erneut. Und beim Verlassen des Flughafens rollt uns unser Auto wie von Geisterhand gesteuert entgegen – frisch gewaschen, mit aufgeladener Batterie (sofern wir ein E-Fahrzeug haben) und den Einkäufen für die nächste Woche versorgt – schließlich ist der Kühlschrank zuhause ja komplett leer.

 

Spinnerei oder Science-Fiction? Blödsinn. Dieses Szenario ist schon in ein paar Jahren möglich. Automated Valet Parking heißt das Zauberwort. Der Begriff Valet Parking stammt eigentlich aus den USA, wo man sein Fahrzeug beim Einchecken im Hotel oder beim Casino-Besuch einem Angestellten (Valet = Kammerdiener) übergibt. Der parkt dann das gute Stück äußerst effizient und auf engstem Raum zwischen die anderen Karossen. Beim Automated Valet Parking übernimmt das in Zukunft eine intelligente Infrastruktur.

 

Auf der IAA Mobility in München durfte ich diese Technologie imMesse-Parkhaus West eine Woche lang  präsentieren – gemeinsam mit den Providern Bosch, Valeo, Continental Kopernikus und dem finnischen Unternehmen Unikie. Diese wegweisende Innovation vom Verband der Automobilindustrie (VDA) ist ein deutsches Gemeinschaftsprojekt, an dem sich auf der IAA neben den Herstellern Mercedes, BMW, CARIAD (VW, Audi, Porsche) auch Ford und Jaguar Land Rover beteiligt haben. Das Ganze steht unter dem Oberbegriff „Interoperabilität“, was bedeutet: egal wo ich als Endkunde in Zukunft parke – unabhängig vom Auto, Systemanbieter oder Parkhausbetreiber – ich kann meine App für das automatisierte Einparken überall nutzen. Und dafür wird bald auch international die ISO-Norm 23374 umgesetzt. Von Deutschland also automatisiert und fahrerlos in die Welt hinaus. Das Interesse ist riesengroß – gerade in den Ballungszentren und Millionenmetropolen in Südostasien oder in den USA. Und es wird nicht mehr lange dauern: Bosch hat gemeinsam mit Mercedes-Benz bereits im Juli 2019 die weltweit erste Sonderzulassung für das AVP im Mercedes-Benz-Museum erhalten – und bald schon wird es Automated Valet Parken auch am Stuttgarter Flughafen geben. Die Zukunft ist also… jetzt!

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